Claudia Nef, Fachexpertin Gesundheit
Wie startest du normalerweise in den Tag?
Ich stehe um 05:30 auf, und mache mir zuerst einen Kaffee. Dann verschaffe ich mir einen Überblick über die Termine und Ereignisse des Tages. Ich starte gerne früh. Typische Tagesabläufe gibt es momentan nicht mehr. Man muss flexibel sein und schnell reagieren. Vor allem wegen der Umzüge der Bewohnenden.
Was sind aktuell deine Hauptaufgaben im Diakonenhaus?
Die Wohnplatzsuche. Kontakt mit diversen Institutionen, Packen mit Bewohnenden, Akten zusammenstellen, Kontakt mit der Apotheke, Medikamentenbestellungen. Sehr enge und konstruktive Zusammenarbeit mit der Teamleitung und den Fachpersonen bei den Umzügen, um die Abläufe effizient zu koordinieren und Doppelspurigkeiten zu vermeiden.
Was sind dabei die Herausforderungen?
Bei der Wohnplatzsuche erlebe ich manchmal ein ethisches Spannungsfeld. Die Klient:innen benötigen einen neuen Wohnplatz, würden jedoch häufig gerne in ihrer bisherigen Umgebung bleiben. Meine Aufgabe besteht darin, den bestmöglichen Platz für sie zu finden und gleichzeitig zwischen dem optimalen Wunschplatz und den tatsächlich verfügbaren Angeboten abzuwägen.
Es sind komplexe Prozesse mit verschiedenen beteiligten Akteuren, damit der Übertritt reibungslos abläuft. Einerseits umfasst die Arbeit viele administrative Aufgaben, andererseits ermöglicht sie eine sehr nahe und direkte Begleitung der Klient:innen. Zeitgleich die eigene, private Situation. Je näher der Abschluss naht, beschäftigt auch die persönliche Situation. Dieses Spannungsfeld ist aussergewöhnlich – und es braucht Energie.
Was nimmst du mit aus deiner Zeit im Diakonenhaus?
Ich konnte sehr viel profitieren in meiner Funktion als Fachexpertin Gesundheit. Zu meinen Aufgaben gehörte die Umstellung auf die Verblisterung der Medikamente – eine Erfahrung, die ich als spannend und sehr lehrreich erlebt habe.
Ursprünglich komme ich aus der Pflege. Für mich war dies ein guter Einblick in die Arbeit mit Menschen mit kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen. Der Fokus lag hier nicht nur auf medizinischen Themen. Die vielen interessanten und bereichernden Begegnungen mit den Bewohnenden, Mitarbeitenden und Fachpersonen haben diese Zeit für mich besonders wertvoll gemacht.